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Europäische Holzindustrieverbände beraten in Wien über gemeinsame Herausforderungen

20261013 EU Netzwerktreffen

14.10.2026

Vertreter Holzindustrieverbände Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, der Slowakei und Tschechien sowie Österreich trafen sich in Wien zum Austausch über die aktuelle wirtschaftliche Lage, europäische Regulierung und neue Marktchancen für den Holzbau. Im Mittelpunkt des Treffens standen die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die Verpackungsverordnung (PPWR), die Klimapolitik und die Weiterentwicklung des Holzbaus.

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs begrüßte in Wien Kollegen aus europäischen Partnerverbänden zum gemeinsamen Austausch. Das Netzwerk bietet den beteiligten Verbänden eine Plattform, um aktuelle Entwicklungen in den jeweiligen Ländern zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Positionen abzustimmen.

Gerade angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der wachsenden regulatorischen Anforderungen gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter an Bedeutung. Die beteiligten Verbände haben in den vergangenen Jahren insbesondere bei der EU-Entwaldungsverordnung ihre Anliegen gemeinsam gegenüber der Europäischen Kommission eingebracht.

Serielle Sanierung eröffnet neue Marktchancen für den Holzbau

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte der Holzbauexperte Siegfried Kohler die Möglichkeiten der industriellen Vorfertigung bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude vor. Kohler verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Holzbaubranche und ist heute als selbstständiger Berater sowie in der Geschäftsführung von Vorarlberger Holzbaukunst tätig. Unter dem Titel „Serielles Sanieren im Holzbau – Skalierung, Werkstattfertigung und neue Märkte“ erläuterte er, wie vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente aus Holz die Sanierung von Gebäuden beschleunigen und die Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner verringern können.

Ein Praxisbeispiel bildete die umfassende Quartierssanierung der GEWOBAU in Erlangen. Das Projekt verdeutlicht, wie energetische Sanierung, industrielle Vorfertigung und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch Aufstockungen miteinander verbunden werden können.

Für die Holzindustrie ergeben sich daraus neue Geschäftsmöglichkeiten. Voraussetzung sind jedoch eine stärkere Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, effiziente Planungs- und Produktionsprozesse sowie geeignete politische Rahmenbedingungen.

Gemeinsame europäische Herausforderungen

Im anschließenden Arbeitstreffen berichteten die Teilnehmer über die wirtschaftliche Situation der Holzindustrie in ihren Ländern. Schwache Baukonjunktur, hohe Kosten und Unsicherheiten auf internationalen Märkten prägen weiterhin das wirtschaftliche Umfeld vieler Unternehmen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Beratungen war die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Die Verbände beschäftigten sich mit offenen Fragen und praktischen Unsicherheiten für die Unternehmen. Ziel der Beratungen war es, gemeinsame Anliegen in einem Schreiben an die Europäische Kommission zu bündeln.

Auch die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) stand auf der Tagesordnung. Dabei ging es insbesondere um die praktische Umsetzung der Anforderungen und die Herausforderungen für die betroffenen Betriebe.

Ein weiterer Schwerpunkt war die bevorstehende Überprüfung der europäischen LULUCF-Verordnung. Die Verbände diskutierten die Weiterentwicklung der Bilanzierung von Kohlenstoffspeichern und die Bedeutung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung für die europäische Holzwirtschaft.

Im Themenbereich Holzbau standen die Schaffung von Wohnraum, die europäische Bauprodukteverordnung (CPR) und die Normung im Mittelpunkt.

Gemeinsam die Interessen der Holzindustrie vertreten

Das Treffen unterstrich die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit der europäischen Holzindustrieverbände. Gemeinsame Positionen verleihen den Anliegen der Branche auf europäischer Ebene mehr Gewicht und ermöglichen es, Erfahrungen aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten in die politische Diskussion einzubringen.

Zugleich gilt es, die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Bedeutung der europäischen Forst- und Holzwirtschaft stärker sichtbar zu machen. Europa verfügt über einen nachwachsenden, regional verfügbaren Rohstoff, jahrhundertelange Erfahrung in seiner nachhaltigen Bewirtschaftung und leistungsfähige Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Der persönliche Austausch in Wien bot Gelegenheit, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und gemeinsame Prioritäten für die weitere Zusammenarbeit zu diskutieren.

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