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EU und UK-Holzhandelsverordnung (EUTR, UKTR)

Komplexe Regelungen und Anforderungen für Unternehmen

Die EU-Holzverordnung (EUTR) trat am 3. März 2013 in Kraft und soll verhindern, dass illegal geschlagenes Holz und Holzprodukte auf den EU-Markt in Verkehr gebracht werden. Am 1. Januar 2021 wurde die EUTR als UK Timber Regulation (UKTR) in die nationale Gesetzgebung des Vereinigten Königreichs übernommen, die die gleichen Anforderungen wie das aktuelle EU-System hat.

Die EU-Verordnung ist Teil eines EU-Maßnahmen-Pakets des Europäischen Parlaments und des Rates gegen den Import von Holz aus illegalem Holzeinschlag. Sie betrifft alle Marktteilnehmer, die Holz und Holzerzeugnisse erstmals in Verkehr bringen (EU-Holzverordnung/EU Timber Regulation (EUTR). Die österreichische Umsetzung der "Due Diligence" - Regelung und des Lizenzregimes ist im ist im Holzhandelsüberwachungsgesetz (HolzHÜG) enthalten. Zuständig für die Umsetzung der Kontrollen ist das Bundesamt für Wald (BFW).

Ergänzende Informationen erhalten Sie auf den Webseiten der WKO, des BFWNEPCon und der EU-Kommission.

UK-Holzhandelsverordnung (UKTR)

Britische Unternehmen, die aus der EU Holz und Holzprodukte importieren aber auch Europäische Importeure von britischen Produkten, müssen eine Sorgfaltsprüfung durchführen. Die Marktteilnehmer müssen mit der gebotenen Sorgfalt sicherstellen, dass das Holz und die Holzerzeugnisse nicht aus illegalem Einschlag stammen. Die Art und Weise, wie die Sorgfaltspflicht für Holz durchgesetzt wird, ist dieselbe wie bei der EUTR. Die Nichteinhaltung der Holzvorschriften und die Durchsetzung reichen jedoch von Mahnungen über Gerichtsverfahren bis hin zu einer unbegrenzten Geldstrafe und bis zu 2 Jahren Gefängnis.

Kostenlose Anleitungen und Hilfsmittel stehen auf der OPSS-Website zur Verfügung, und weitere Hinweise zum Ende der Übergangsfrist finden Sie hier.

Aufgrund des Brexit-Abkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU gilt die EUTR in Nordirland weiterhin. Produkte, die zwischen Nordirland und der EU/EWR gehandelt werden, gelten als innerhalb des Binnenmarktes ohne Sorgfaltspflicht.

„White Paper“ Ukraine

In den letzten Jahren sind Holzimporte aus der Ukraine vermehrt vom zuständigen Bundesamt für Wald (BFW) kontrolliert worden. Die Mehrzahl der kontrollierten Betriebe konnten gegenüber dem BFW keine vollständig durchgeführte Sorgfaltspflichtregelung mit Risikominderung vorweisen. Aufgrund der vermehrten Kontrollen haben Verbände und Unternehmen der Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie, sowie des Holzhandels gemeinsam ein White Paper für die Ukraine erarbeitet. Das Dokument soll der gesamten Branche als Leitfaden für die Umsetzung der EU-Holzhandelsverordnung dienen.

Das White Paper deckt die ersten zwei Teile der Sorgfaltspflichtregelung - Beschaffung von Informationen und Risikobewertung - nahezu vollständig ab. In weiterer Folge enthält es auch Vorschläge zur Risikominimierung, da ohne risikomindernde Maßnahmen keine Holzprodukte, die der EUTR unterliegen, aus der Ukraine importiert werden dürfen. Die Struktur des White Papers spiegelt den Aufbau der Sorgfaltspflichtregelung wider und kann als Basis für die Anwendung der EU-Holzhandelsverordnung für weitere Importländer verwendet werden.

Das White Paper Ukraine entbindet Unternehmen nicht, ein eigenes, auf die eigenen Bedürfnisse angepasstes Sorgfaltspflichtsystem zu implementieren und zu warten. Nur ein DDS, welches auf die eigenen Bedürfnisse angepasst ist, gelebt und regelmäßig überprüft und angepasst wird, kann eine legale Holzbeschaffung im Sinne der EUTR sicherstellen. Als Anwendungsbeispiel kann das White Paper Ukraine keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erheben. Dennoch wurde es mit bestem Wissen und Gewissen von mehreren Unternehmen und Verbänden der oben genannten Industrien erstellt.