Faire Rahmenbedingungen im Industrial Accelerator Act

22.05.2026
Die europäische Holzindustrie warnt vor möglichen Wettbewerbsverzerrungen durch den geplanten „Industrial Accelerator Act“ (IAA) der Europäischen Kommission. In einem aktuellen Positionspapier fordert CEI-Bois, der europäische Dachverband der holzverarbeitenden Industrie, eine technologieoffene und faire Industriepolitik, die alle klimafreundlichen Materialien gleichermaßen berücksichtigt.
Vor dem Hintergrund hoher Energiekosten, geopolitischer Unsicherheiten und wachsender internationaler Konkurrenz unterstützt CEI-Bois grundsätzlich Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts Europa. Kritisch gesehen wird jedoch, dass der aktuelle Vorschlag insbesondere Materialien wie Stahl, Beton und Aluminium privilegiert, während biobasierte und erneuerbare Werkstoffe wie Holz bislang nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Die Holzindustrie weist darauf hin, dass Holz bereits heute der wichtigste erneuerbare Konstruktionswerkstoff Europas ist. Holz speichert Kohlenstoff, unterstützt die Kreislaufwirtschaft und ersetzt fossile sowie energieintensive Materialien. Rund 85 Prozent des europäischen Holzbedarfs stammen zudem aus nachhaltig bewirtschafteten europäischen Wäldern und sichern Millionen Arbeitsplätze in ländlichen und industriellen Regionen.
CEI-Bois fordert daher, dass öffentliche Beschaffungssysteme künftig auf technologieoffenen Nachhaltigkeitskriterien basieren. Baustoffe sollten anhand ihrer gesamten Umweltwirkung bewertet werden — einschließlich Kriterien wie Erneuerbarkeit, Kohlenstoffspeicherung, Ressourceneffizienz und Substitutionseffekten.
Aus Sicht der europäischen Holzindustrie darf der Industrial Accelerator Act nicht zu einer Benachteiligung der Bioökonomie führen. Stattdessen müsse die europäische Industriepolitik alle klimafreundlichen Wertschöpfungsketten gleichermaßen unterstützen und faire Wettbewerbsbedingungen für erneuerbare, biobasierte Materialien schaffen.




