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Europäische Sägeindustrie: Schwierige Marktlage hält an

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30.10.2026

Die europäische Sägeindustrie steht weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Schwache Baumärkte, hohe Produktionskosten und rückläufige Exporte belasten die Branche. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang der europäischen Nadelschnittholzproduktion erwartet. Das zeigte die 74. International Softwood Conference am 28. und 29. Oktober in Dublin.

Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 25 Ländern diskutierten bei der International Softwood Conference (ISC) über die Entwicklung der internationalen Nadelschnittholzmärkte. Die Konferenz wurde gemeinsam von der European Organisation of the Sawmill Industry (EOS) und der European Timber Trade Federation (ETTF) organisiert.

Europäische Produktion 2026 weiter rückläufig

Nach Angaben von EOS-Präsident Tommi Sneck sank die Nadelschnittholzproduktion in den Mitgliedsländern zwischen 2021 und 2023 um rund zehn Prozent. Bis 2025 stabilisierte sich die Produktion auf diesem niedrigeren Niveau. Für 2026 wird nun ein weiterer Rückgang um vier Prozent erwartet. Besonders betroffen sind Deutschland und Schweden sowie die Verarbeitung von Fichtenholz. Gleichzeitig bleibt die Ertragslage der Sägeindustrie angespannt. Hohe Produktionskosten und erneut sinkende Schnittholzpreise im Herbst belasten die Unternehmen. Auch die Exporte sind rückläufig.

Morten Bergsten, Vizepräsident der ETTF, verwies auf die anhaltende Schwäche der europäischen Bauwirtschaft. Der Verbrauch von Nadelschnittholz liegt weiterhin unter dem Höchststand von 2021. Selbst dort, wo Holz Marktanteile gewinnt, führt die insgesamt geringere Bautätigkeit nicht zwangsläufig zu einem höheren Holzverbrauch.

Beide Verbandsvertreter warnten zudem vor einer zunehmenden Belastung der Unternehmen durch regulatorische Anforderungen. Europäische Vorschriften müssten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche unterstützen, statt zusätzliche Hürden zu schaffen.

Internationale Märkte entwickeln sich unterschiedlich

Auch auf wichtigen Exportmärkten bleibt die Nachfrage verhalten. In Großbritannien gingen die Importe von Nadelschnittholz im ersten Halbjahr 2026 um fünf Prozent zurück.

In den USA liegt die Zahl der Wohnbaubeginne weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt. Hohe Hypothekenzinsen belasten den Wohnungsbau. Gleichzeitig gehen die europäischen Schnittholzexporte in die USA zurück.

Für die Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) wird 2026 ein Importvolumen von rund 8,3 Millionen Kubikmetern erwartet, nach 9,2 Millionen Kubikmetern im Vorjahr. Der Rückgang ist auf die geringere Nachfrage im Nahen Osten zurückzuführen.

Auch die russische Sägeindustrie steht unter Druck. Seit dem Höchststand 2019 haben sich die russischen Nadelschnittholzexporte mehr als halbiert. Ursachen sind insbesondere die schwächere Nachfrage aus China und die europäischen Sanktionen.

Rohstoffversorgung wird zur langfristigen Herausforderung

Neben der schwachen Nachfrage beschäftigte die Konferenz auch die künftige Verfügbarkeit von Rundholz.

Gerd Ebner von Holzkurier erläuterte die Veränderungen der Rohstoffversorgung in Mitteleuropa. Nach den großen Borkenkäferschäden der vergangenen Jahre ist das Schadholzaufkommen deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig sinken die gesamten Holzeinschlagsmengen.

Langfristig wird insbesondere die Verfügbarkeit von Fichtenholz in Mitteleuropa zurückgehen. Vor allem in tieferen Lagen ist die Widerstandsfähigkeit der Fichte durch den Klimawandel gefährdet. Andere Holzarten, darunter die Kiefer, werden daher künftig auch im Holzbau an Bedeutung gewinnen müssen.

Nach Einschätzung des internationalen Holzmarktexperten Russ Taylor könnte sich die derzeitige Nachfrageschwäche langfristig in eine Verknappung des Rundholzangebots umkehren, sobald sich die internationalen Märkte erholen.

Holzbau bietet langfristige Perspektiven

Trotz der schwierigen Marktlage wurden auf der Konferenz auch langfristige Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert. Insbesondere der Holzbau und die Sanierung bestehender Gebäude bieten Potenzial.

Florian Kraxner vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) unterstrich die Bedeutung des Holzbaus für den Klimaschutz. Der Gebäude- und Bausektor verursacht rund 37 Prozent der weltweiten Emissionen. Durch den verstärkten Einsatz von Holz können Emissionen reduziert und Kohlenstoff langfristig in Gebäuden gespeichert werden.

Voraussetzungen dafür sind widerstandsfähige Wälder, eine nachhaltige Rohstoffversorgung, eine wettbewerbsfähige Holzindustrie und geeignete politische Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website zur Veranstaltung.

Die nächste International Softwood Conference findet vom 19. bis 21. Oktober 2027 in Göteborg, Schweden, statt.

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