Erster Österreichischer Staatspreis Holzbau verliehen

29.05.2026
Mit dem Österreichischen Staatspreis Holzbau wurden am 28. Mai im feierlichen Rahmen in den Wiener Sofiensälen erstmals herausragende Holzbauten in Österreich ausgezeichnet. Die prämierten Projekte setzen neue Maßstäbe für qualitätsvolles, ressourcenschonendes und zukunftsorientiertes Bauen. Sie zeigen, wie Holzbau innovative Lösungen ermöglicht, die architektonisch überzeugen und zugleich einen messbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Aus 41 nominierten Projekten, die sich aus den Preisträgerinnen und Preisträgern der zwischen 2023 bis 2025 in allen neun Bundesländern vergebenen Holzbaupreisen ergaben, kürte eine internationale Fachjury drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen.
Die drei Hauptpreise gingen an die Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld (Erweiterung) in Niederösterreich, die HTL Bau und Design Innsbruck (Aufstockung) in Tirol und das Rathaus Hohenems in Vorarlberg. Anerkennungen erhielten das Ronald McDonald Haus in Salzburg Stadt und die Schulen Hittisau in Vorarlberg.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Wer mit Holz baut, schützt das Klima und schafft durch die Bindung von CO₂ gewissermaßen einen zweiten Wald. Mit dem Österreichischen Staatspreis für Holzbau setzen wir ein klares Zeichen für klimafreundliches, innovatives und zukunftsorientiertes Bauen. Holzbau stärkt außerdem nachhaltiges Wirtschaftswachstum, heimische Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Mit dem neuen Staatspreis holen wir die Leistungen unserer Architektur- und Planungsbüros sowie der heimischen Holzbaubetriebe vor den Vorhang und zeigen das große Potenzial des Rohstoffs Holz. Gleichzeitig wollen wir mehr Menschen und Unternehmen dazu motivieren, verstärkt auf Holzbau in Österreich zu setzen.“
Richard Stralz, Obmann von proHolz Austria: „Der Staatspreis Holzbau macht sichtbar, auf welch hohem Niveau in Österreich mit Holz gebaut wird. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Wissen und Können im heimischen Holzsektor steckt. Holz ist ein Schlüssel für die Transformation und Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Wir haben alle Voraussetzungen, diese Chance zu ergreifen und den Holzbauanteil in Österreich weiter zu steigern.“
Die internationale Fachjury, die aus den Architektinnen und Professorinnen Nicole Berganski und Annette Hafner sowie dem Tragwerksplaner Pirmin Jung besteht, bereiste ausgewählte Projekte im Rahmen einer Tour durch Österreich und zieht folgendes Resümee: „Das Wissen um den Holzbau und die Wertschätzung für diesen Werkstoff sind längst in ganz Österreich angekommen. Sie liefern auf relevante Themen unserer Zeit – Bauen im Bestand, Nachverdichtung, Wohnen, Bauen für die öffentliche Hand – überzeugende, auf Funktion und Standort abgestimmte Antworten.“ (Auszug aus dem Jury-Statement).
Zwei der ausgezeichneten Projekte, die Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld (Erweiterung) und das Rathaus Hohenems sind zudem für den WoodPoP Dara Award nominiert, der im Herbst 2026 vergeben wird und herausragende Holzbauleistungen auf europäischer Ebene würdigt.
Innovationspreis Holz
Im Rahmen des Staatspreises wurde auch erstmals der Innovationspreis Holz vergeben. Gesucht waren Ideen und Konzepte, die das Potenzial von Holz als zukunftsfähiges, klimagerechtes sowie technisch und gestalterisch vielseitiges Material sichtbar machen. Im Fokus standen Ansätze zur stofflich‑mechanischen Nutzung von Holz mit hohem Marktpotenzial.
Aus 51 Einreichungen wurden diese drei Beiträge ausgezeichnet: ein Projekt von JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH/Institut MATERIALS zu elektrisch leitenden Holzoberflächen durch Atmosphärendruck-Plasma (1. Preis), ein Projekt des Wood Vision Lab mit dem Fokus auf Laubholz als Hochleistungsmaterial (2.Preis) und ein Projekt von Rubner Holzindustrie GmbH, Rubner Holzbau GmbH, Nordpan GmbH und Holzforschung Austria zu einem zweiten Lebenszyklus in der Holzverwertung (3. Preis).
Johannes Rehulka, Vorsitzender der Raiffeisen Nachhaltigkeits‑Initiative, die den Innovationspreis unterstützt: „Holz ist ein regionaler, klimafreundlicher und ökologischer Baustoff mit Potenzial. Daher unterstützt die Raiffeisen Nachhaltigkeits‑Initiative mit großer Freude den Innovationspreis Holz. Damit werden gezielt Projekte vor den Vorhang geholt, die Holz neu denken – in seiner Nutzung, in der Anwendung und im Marktpotenzial.“
Der Staatspreis Holzbau wurde in Kooperation mit proHolz Austria ausgelobt. Er ist mit Mitteln des österreichischen Waldfonds gefördert und wird künftig alle vier Jahre vergeben.
Der Innovationspreis Holz wurde durch das Bundesministerium für Land‑ und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft mit Unterstützung der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative verliehen.




