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Freihandelsabkommen EU und Australien: Zölle auf Holzprodukte fallen

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25.03.2026

Die Europäische Union und Australien haben ihre Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen erfolgreich abgeschlossen. Das Abkommen sieht vor, Zölle auf nahezu alle EU-Warenausfuhren nach Australien abzuschaffen. Im Jahr 2025 betrugen die EU-Exporte rund 37 Milliarden Euro. Bereits mit Inkrafttreten sollen 97,6 % der Exporte zollfrei sein, weitere knapp 2 % folgen innerhalb einer Übergangsfrist von bis zu fünf Jahren.

Für die Holzindustrie ist besonders relevant, dass Australien die derzeitigen Zölle von rund 5 % auf europäische Holz- und Möbelprodukte vollständig abschaffen wird.

Bedeutung für die österreichische Holzindustrie

Die Exporte von Holzprodukten aus Österreich nach Australien haben bisher einen überschaubaren Umfang:

  • Holz und Holzwaren (KN 44): rund 40,3 Mio. Euro
    • davon Schnittholz: 19,1 Mio. Euro
    • davon Lamellenholz: 15,3 Mio. Euro
  • Möbel (KN 94): rund 6,8 Mio. Euro
  • Ski (KN 950611): rund 0,9 Mio. Euro

Der Wegfall der Zölle verbessert die Wettbewerbsposition europäischer Anbieter zusätzlich und eröffnet weiteres Exportpotenzial.

Europa als führender Anbieter im Holzbau

Europa gilt als global führend bei innovativen Holzbauprodukten wie Brettsperrholz und Brettschichtholz. Große Mengen werden bereits heute mit Kompetenz aus Österreich in Australien eingesetzt, etwa bei prestigeträchtigen Bauprojekten in Städten wie Perth, Sydney oder Adelaide.

Wettbewerbssituation in Australien verschärft sich

Gleichzeitig stößt das Abkommen in Australien auf Kritik. Die dortige Holzindustrie sieht sich durch den Wegfall der Zölle unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. In den vergangenen Jahren wurde gezielt in den Aufbau einer eigenen Produktion investiert, um den heimischen Markt stärker mit lokalem Holz zu bedienen.

Vertreter der australischen Branche warnen, dass die Zollbefreiung europäischen Importen einen zusätzlichen Preisvorteil verschafft – in einer Phase, in der die Branche bereits mit steigenden Kosten, schwacher Baukonjunktur und wachsendem Importdruck konfrontiert ist.

Spannungsfeld mit nationaler Industriepolitik

Das Abkommen steht teilweise im Spannungsverhältnis zur australischen Industriepolitik. So verfolgt die Regierung mit einer umfassenden „Timber Fibre Strategy“ das Ziel, die heimische Produktion höherwertiger Holzprodukte auszubauen.

Diese Strategie basiert unter anderem auf der Annahme, dass künftig mehr Holzprodukte im Inland hergestellt werden müssen. Ob diese Zielsetzung angesichts der verbesserten Wettbewerbsbedingungen für europäische Anbieter erreicht werden kann, bleibt offen.

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