Breites Bündnis fordert weitere Vereinfachung der EUDR

28.04.2026
Ein breites Bündnis europäischer Verbände fordert, die anstehende Überprüfung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) zu nutzen, um bestehende Schwächen der Verordnung grundlegend zu adressieren und weitere Vereinfachungen umzusetzen.
Zu den Unterzeichnern zählen Organisationen aus Land- und Forstwirtschaft, Sägeindustrie, Holzverarbeitung, Futtermittelwirtschaft, Pflanzenölindustrie. Gemeinsam warnen sie davor, dass die EUDR in ihrer derzeitigen Form die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und strategische Autonomie wichtiger europäischer Branchen gefährden könnte.
Fortbestehende Probleme trotz erster Reformschritte
Zwar brachten die Ende Dezember 2025 beschlossenen gezielten Vereinfachungen sowie die einjährige Verschiebung der Anwendung erste Entlastungen, nach Ansicht der beteiligten Verbände bleiben jedoch wesentliche Probleme ungelöst:
- mangelnde Rechtssicherheit
- unrealistische Umsetzungsanforderungen
- übermäßige bürokratische Belastungen
- hohe administrative Anforderungen bei der Dateneingabe in das zentrale Informationssystem
- unverhältnismäßige Belastungen für Unternehmen innerhalb der EU
Diese Defizite könnten zu Marktverwerfungen, höheren Kosten, Versorgungsengpässen und Wettbewerbsnachteilen führen, ohne gleichzeitig die eigentlichen Ursachen globaler Entwaldung wirksam zu bekämpfen.
Überprüfung bis April 2026 als entscheidendes Zeitfenster
Die von der Europäischen Kommission bis zum 30. April 2026 vorgesehene Vereinfachungsprüfung wird daher als entscheidende Gelegenheit gesehen, die Verordnung praktikabler, verhältnismäßiger und harmonisierter auszugestalten.
Die beteiligten Branchen fordern insbesondere:
- weitere gezielte gesetzliche Anpassungen
- klare Definitionen und Rechtsklarheit
- Vermeidung unnötiger Doppelstrukturen
- realistische Umsetzungsfristen
- kontinuierlichen Dialog mit betroffenen Wirtschaftsakteuren
Schutz vor Entwaldung und wirtschaftliche Realität müssen vereinbar sein
Die Verbände betonen ausdrücklich, dass die Ziele des Waldschutzes unterstützt werden. Gleichzeitig müsse die Verordnung jedoch so ausgestaltet sein, dass europäische Primärproduzenten und Industrien wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Nur eine praktikable und realitätsnahe Umsetzung könne sicherstellen, dass die EUDR sowohl ökologische Ziele erreicht als auch Europas wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit nicht gefährdet.




